Frühjahr ist nicht „Garten wieder in Schuss bringen“ — Frühjahr ist eine Reihe von präzise getakteten Maßnahmen, die in der falschen Reihenfolge oder zum falschen Zeitpunkt mehr Schaden als Nutzen anrichten können. Hier ist, was bei uns wann passiert.

Anfang März — Aufräumen

Das Erste, was im Garten passiert, ist nicht Rasen, sondern Laubrest-Entfernung und Mulch-Aufnahme von Beeten. Was im Herbst als Frostschutz drauf war, muss jetzt runter — sonst beginnen die Pflanzen unter der Mulchschicht zu schimmeln, sobald die ersten warmen Tage kommen.

Zaun, Wege und Terrassen werden gereinigt. Im Winter sammelt sich auf Pflastersteinen Grünspan und Moos — sieht harmlos aus, ist im Frühjahr aber rutschig wie Eis. Wir reinigen mit Hochdruck dort, wo es nötig ist, mit Bürste, wo das Pflaster empfindlich ist.

Mitte März bis Mitte April — Bäume und Sträucher

Wichtigster rechtlicher Hinweis: In Deutschland ist das radikale Schneiden von Hecken und Sträuchern vom 1. März bis 30. September verboten. Geregelt im Bundesnaturschutzgesetz § 39. Erlaubt sind in dieser Zeit nur „schonende Form- und Pflegeschnitte“. Wer eine Hecke im April auf die Hälfte zurücknimmt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro.

Was im Frühjahr passieren darf: Pflegeschnitt an Obstbäumen, Auslichten alter Triebe, Entfernen abgestorbener Äste. Wir machen das bei unseren Objekten in der Regel zwischen Mitte März und Anfang April — bevor der Saft in die Triebe schießt.

Ende März bis Anfang April — Rasen-Erststart

Sobald der Boden frostfrei und einigermaßen trocken ist, beginnt die Rasensaison. Erster Schritt: Vertikutieren. Das löst Filz und Moos aus der Grasnarbe — wer das überspringt, bekommt einen Rasen, der sich nicht erholt.

Zweiter Schritt: Düngung. Wir nutzen Langzeitdünger mit niedrigem Stickstoffanteil — zu viel Stickstoff im Frühjahr lässt den Rasen schießen, schwächt aber die Wurzeln. Ergebnis: schöner grüner Rasen im Mai, kaputt im Juli.

Dritter Schritt (optional): Nachsaat in lückigen Bereichen. Geht nur, wenn Bodentemperaturen konstant über zehn Grad liegen.

April und Mai — Beete und Bepflanzung

Stauden werden geteilt. Beete werden umgegraben oder gehackt. Frostempfindliche Pflanzen wandern aus dem Winterquartier zurück — aber erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai). Wer früher pflanzt, riskiert, dass eine späte Frostnacht alles vernichtet.

Bewässerungs-Systeme werden in Betrieb genommen, Tropfschläuche geprüft, Zeitschaltuhren neu programmiert.

Was sich verschieben lässt

Hecken-Form-Schnitt (schonend, nicht radikal): Juni. Rasen-Hauptdüngung: nach dem ersten Schnitt, meist Anfang Mai. Mulchen der Beete: Mai/Juni, nicht vor Mitte April.

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